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Fabian Herling
Juli 16, 2025
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Fabian Herling
Juli 16, 2025
Darts-Star Luke Littler im Interview: "Ich sehe mich nicht als Superstar"
Als Teenager wurde Luke Littler Weltmeister und zum ersten Popstar des Darts. Im Interview spricht der 18-Jährige über sein neues Leben im Zentrum der Aufmerksamkeit, neue Ziele – und seine Leidenschaft für Döner.
Credit: Imago
- Luke Littler: Darts-Star im Sports-Illustrated-Interview über Leben als Weltmeister
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- Luke Littler: "Darts bedeutet für mich Adrenalinkick"
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Wir treffen Luke Littler im Backstagebereich der Berliner Uber Arena. Einmal im Jahr findet hier ein Spieltag der populären Premier League of Darts statt. Es herrscht viel Trubel, der Zeitplan ist straff.
Von der Hektik lässt sich Littler nicht anstecken – der 18-Jährige ist es längst gewohnt, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Noch ein kurzer Blick auf sein Smartphone, ein Schluck Wasser – und dann nimmt sich Littler Zeit, mit uns über seinen rasanten Aufstieg zu sprechen.
Sports Illustrated: Seit Sie 14 Jahre alt sind, sind Sie Teil des Dartszirkus. Wie kommen Sie mit dem Leben als Profi zurecht?
Luke Littler: Gut, aber es gibt definitiv Tage, an denen ich mich müde fühle – auch wenn ich gar nicht spiele. Man unterschätzt leicht, wie viel Energie es kostet, unterwegs zu sein und Termine wahrzunehmen. Deshalb wähle ich sehr bewusst aus, welche Turniere ich spiele. Es ist wichtig, zwischendurch auch mal eine Pause einzulegen, sich eine Reise zu sparen und ein bisschen Freizeit zu gönnen. Das hilft, körperlich und mental frisch zu bleiben.
Sports Illustrated: Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie so bekannt geworden sind? Für Dartsspieler ist das ja nicht die Regel.
Littler: Normalerweise wird man als Dartsspieler vor allem in der Szene bekannt. Aber ich werde im ganzen Land erkannt, teilweise auch im Ausland. Ich merke das besonders, wenn ich unterwegs bin: Die Leute sprechen mich an, wollen ein Foto oder ein Autogramm. Ich achte sehr darauf, mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben – als Spieler, aber auch als Mensch. Viele schauen jetzt auf mich, gerade weil ich noch so jung bin. Sie wollen das erreichen, was ich erreicht habe. Ich versuche, mich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen und einfach mein Ding zu machen.
Alle Augen auf Luke: Luke Littler steht oft im Mittelpunkt
Credit: Getty Images
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Sports Illustrated: Vermissen Sie manchmal Ihr altes, normales Teenagerleben?
Littler: An manchen Tagen auf jeden Fall. Es ist nicht immer leicht, alles unter einen Hut zu bekommen. Schule, Familie, Freunde – das ist alles wichtig, aber der Fokus liegt momentan sehr auf dem Dartsport. Es gibt Momente, in denen ich mir ein bisschen mehr Normalität wünsche. Aber dann erinnere ich mich daran, was ich erreicht habe und welches Glück ich mit meinem Job habe – und das motiviert mich wieder. Und ich muss ehrlich sein: Wenn ich Lust darauf habe, PlayStation zu zocken, mache ich das trotzdem (lacht).
Sports Illustrated: Reizt Sie die Marke der 16 WM-Titel, die Phil Taylor gewonnen hat?
Littler: Das ist für mich aktuell weit weg. Ich habe mir nie einen festen Zeitrahmen gesetzt, wie lange ich spielen möchte oder was ich bis wann erreichen will. Was ich aber immer gesagt habe, ist: Ich möchte alle großen Titel einmal gewinnen. Das ist mein Ziel. Alles Weitere wird sich mit der Zeit ergeben.
Sports Illustrated: Michael van Gerwen hat zuletzt gesagt, viele Spieler hätten Angst, gegen Sie zu spielen – als wären sie schon vor dem Match Fanboys. Teilen Sie das Gefühl?
Littler: Ich weiß nicht, ob „Fanboys“ der richtige Begriff ist. Aber natürlich merkt man die Aufmerksamkeit, die ich bekomme – gerade vom Publikum. Viele tragen mein Trikot, bringen Schilder mit oder wollen, dass ich etwas unterschreibe. Das ist schön, aber es sollte meine Gegner eigentlich nicht beeinflussen. Und wenn doch, dann hilft es ihnen sicher nicht. Für mich zählt auf der Bühne nur das Spiel – alles andere blende ich aus.
Luke Littler mit dem WM-Pokal
Credit: Getty Images
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Sports Illustrated: Fühlen Sie Druck, wenn Sie auf der Bühne stehen?
Littler: Eigentlich nur in Ausnahmesituationen – etwa wenn ich mal ein paar Legs hinten liege. Aber selbst dann sage ich mir: Du hast noch Zeit, um das Spiel zu drehen. Ich vertraue auf meine Fähigkeiten. Dieses Vertrauen hilft mir, ruhig zu bleiben und nicht in Panik zu verfallen. Ich weiß, dass ich immer die Chance habe, zurückzukommen.
Sports Illustrated: Sehen Sie sich selbst als Superstar?
Littler: Ehrlich gesagt nicht. Aber wenn ich zurückblicke und sehe, was ich in so kurzer Zeit für den Sport und auch für meine Familie erreicht habe – das ist schon verrückt. Ich bin dankbar für alles, was passiert ist, aber ich versuche, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Sports Illustrated: Wie sehen Sie den Dartssport in Deutschland? Sehen wir bald einen deutschen Spieler in der prestigeträchtigen Premier League?
Littler: Deutschland hat einige starke Spieler – Gabriel Clemens und Martin Schindler zum Beispiel. Clemens stand 2023 sogar im Halbfinale der WM. Um in die Premier League zu kommen, braucht man allerdings Titel und muss unter den Top 10 oder Top 16 sein. Das ist ein langer Weg, aber der deutsche Dartssport ist auf dem richtigen Kurs.
Der größte Superstar seines Sports: Luke Littler
Credit: Getty Images
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Sports Illustrated: Wie schaffen Sie es, die Freude am Darts zu bewahren – trotz des vollen Kalenders und all der Erwartungen?
Littler: Ganz einfach: Wenn man keinen Spaß mehr am Spiel hat, sollte man aufhören. Für mich bedeutet Darts immer noch einen Adrenalinkick: das Publikum, die Musik, die 180er, die 9-Darter, große Finishes. Das macht den Reiz aus. Genau dafür spiele ich.
Sports Illustrated: Einige Spieler sagen, man sehe Sie kaum beim Training. Stimmt das?
Littler: Ich trainiere schon, aber nicht ständig. Ich mache das, was für mich am besten funktioniert. Wenn ich zu viel trainiere, bringt mir das nichts – im Gegenteil. Jeder von uns weiß, wann es Zeit zum Üben ist und wann man besser eine Pause einlegt. Es geht darum, ein gutes Gefühl für die Darts zu bewahren und nicht zu einem Roboter zu werden.
Sports Illustrated: Stört es Sie, dass inzwischen jedes Detail Ihres Privatlebens in den Medien landet?
Littler: Das gehört mittlerweile dazu. Die Medien tun, was sie tun. Ich versuche, damit gelassen umzugehen und mich nicht verrückt machen zu lassen.
Sports Illustrated: Zum Abschluss: Woher kommt Ihre Leidenschaft für Döner?
Littler: Bei uns heißen die Dinger Kebabs, ich musste mich erst daran gewöhnen, dass sie in Deutschland Döner heißen. Ich liebe Kebabs, aber nur die richtig guten, mit gutem Fleisch, Salat und Soße. Es ist eine Art Ritual, dass ich mir nach großen Siegen einen Kebab gönne. Dann habe ich einen Ansporn mehr (lacht).
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