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Dirk Adam
Juni 08, 2026
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Thierry Henry: "Bei Deutschland warte ich, dass sie zur Bestform zurückfinden"
Thierry Henry spricht im Sports-Illustrated-Interview über den Wandel des Fußballs, Vincent Kompany beim FC Bayern, die WM 2026 und Frankreichs Titelchancen. Zudem erklärt die Legende, was er über Zinédine Zidane denkt.
Credit: Getty Images
- Thierry Henry im Sports-Illustrated-Interview
- Arsenal-Legende spricht über Vincent Kompany
- Henry: "Zizou ist in Frankreich wie ein Gott"
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Sports Illustrated: Sie haben 1998 mit Frankreich den WM-Titel gewonnen. Wie hat sich der Fußball seitdem verändert?
Thierry Henry: Technologie und Sportwissenschaft haben heute einen deutlich größeren Stellenwert als damals. Ich will nicht sagen, dass es früher keine Taktik gab, das wäre falsch – aber wir hatten mehr Freiheiten auf dem Platz. Und die Trikots sind heute etwas enger, früher waren sie weiter.
Sports Illustrated: Als Stürmer standen Sie für kreativen, intuitiven Fußball. Ist der heutige Fußball zu stark von Taktik und Daten geprägt?
Henry: Diese Dinge sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Sports, aber ein zu großer Fokus darauf kann ein Team einengen. Deshalb muss man Mannschaften wie Bayern, PSG, Barcelona und Arsenal dankbar sein. Wenn man diese Teams spielen sieht, macht Fußball einfach Spaß.
Sports Illustrated: Ist der Fußball heute schneller als früher?
Henry: Das ist schwer zu beurteilen, weil ich selbst sehr schnell war. Aber wir hatten mehr Möglichkeiten. Offensiv war das Spiel weniger kontrolliert und stärker von Kreativität geprägt. Heute geht es viel mehr um Pressing und Absicherung. Trainer achten darauf, nicht vom Gegner ausgekontert zu werden. Das geht auf Kosten von Spielern, die das Dribbling suchen.
Sports Illustrated: Es wird oft über mentale Belastung der Spieler gesprochen. Wie groß ist sie wirklich?
Henry: Sie ist absolut real und längst kein Tabuthema mehr. Nach einer langen Saison ist man mental und körperlich ausgelaugt. Der Wechsel zwischen Verein und Nationalmannschaft ist nicht einfach. Wenn du müde ankommst, wird es schwer, Leistung zu bringen. Deshalb ist eine WM so anspruchsvoll, weil sie direkt im Anschluss an eine lange Saison stattfindet.
Sports Illustrated: Sie sind selbst Trainer. Wie bewerten Sie die Arbeit von Vincent Kompany beim FC Bayern?
Henry: Am Anfang dachten viele, dass er nicht der Richtige für diesen Job ist, doch er macht das herausragend. Wenn du jemanden wie ihn am richtigen Ort einsetzt – mit Menschen, die ihn verstehen –, bekommst du den FC Bayern von heute. Ich habe mit ihm gearbeitet, als ich Co-Trainer von Belgien war. Da hat man schon gesehen, wie intelligent er ist.
Zinedine Zidane und Thierry Henry bei der WM 1998
Credit: Getty Images
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Sports Illustrated: Was zeichnet ihn aus?
Henry: Er spricht viele Sprachen und ist sehr klar in dem, was er will. Er zögert nicht, und wenn er etwas sagt, dann meint er es auch so. Er ist eine starke Führungspersönlichkeit und hat bewiesen, dass er liefern kann, wenn man ihm die richtigen Spieler gibt. Man muss der Bayern-Führung großen Respekt zollen, dass sie ihn trotz des Abstiegs mit Burnley verpflichtet haben, weil sie etwas in ihm gesehen haben, das zur Identität des Vereins passt. Das war eine kluge Entscheidung.
Sports Illustrated: Was gefällt Ihnen am FC Bayern?
Henry: Wenn man Spieler wie Jamal Musiala, Michael Olise, Luis Díaz, Harry Kane, Serge Gnabry und Joshua Kimmich sieht, ist das ein Genuss. Ich habe den FC Bayern immer dafür bewundert, wie der Klub geführt wird. Ehemalige Spieler wie Franck Ribéry, Willy Sagnol oder Bixente Lizarazu sprachen in den höchsten Tönen von Bayern, vom Verein, den Fans und der Mentalität – eigentlich von allem.
Sports Illustrated: Was unterscheidet den FC Bayern von anderen Topklubs?
Henry: Wenn man sich ansieht, welche Spieler sie verpflichten, geht es nicht immer um große Namen. Sie holen Fußballer, die zu ihrer Identität passen. Genau deshalb funktioniert es. Sie sagen sich: Dieser Spieler ist vielleicht großartig, aber nicht für den FC Bayern. Oder: Dieser Trainer ist gut, aber nicht der richtige für unseren Verein. Sie bleiben ihrer Philosophie treu.
Sports Illustrated: Wer sind für Sie die Topfavoriten auf den WM-Titel 2026?
Henry: Ich sehe Frankreich an erster Stelle – einerseits, weil ich Franzose bin, aber auch, weil wir die letzten beiden Finals erreicht haben. Wir haben ein starkes Team. Außerdem sind Spanien, Argentinien, Portugal und England aussichtsreiche Kandidaten. Überraschungen wie Norwegen oder Senegal sind möglich. Bei Deutschland warte ich darauf, dass sie zu ihrer Bestform zurückfinden.
Sports Illustrated: Frankreich verfügt erneut über eine außergewöhnliche Generation. Wo liegen die größten Stärken der Équipe Tricolore?
Henry: Auf der Bank. Das klingt simpel, aber die Kaderbreite ist entscheidend. Wenn deine Einwechselspieler auf dem Niveau der Startelf sind, ist das ein riesiger Vorteil, gerade bei einem so langen Turnier nach einer intensiven Saison.
Sports Illustrated: Zinédine Zidane soll nach der WM die französische Nationalmannschaft übernehmen. Warum wäre er die ideale Wahl für diesen Job?
Henry: Zizou ist in Frankreich wie ein Gott, die Menschen verehren ihn. Er hat mit Real Madrid dreimal in Folge die Champions League gewonnen, deshalb ist es die logische und richtige Entscheidung.
Sports Illustrated: Wenn Sie auf die deutsche Nationalmannschaft blicken: Wie bewerten Sie die Entwicklung unter Julian Nagelsmann?
Henry: Deutschland hat sich qualifiziert, und das ist das Wichtigste. Manchmal kann man mit weniger Erwartungsdruck sogar besser spielen. Ich wünsche Julian Nagelsmann und seiner Mannschaft jedenfalls alles Gute – außer, sie spielt gegen Frankreich.
Sports Illustrated: Sie sind Samsung-Botschafter. Werden Sie sich die WM-Spiele im Fernsehen anschauen oder sind Sie im Stadion?
Henry: Ich werde für Fox arbeiten, zunächst hauptsächlich im Studio und später auch vor Ort bei den Finalspielen.
Sports Illustrated: Warum sind Sponsoren wie Samsung so wichtig für den Sport?
Henry: Wegen der Technologie. Inhalte lassen sich flexibel auf Bildschirme übertragen, Handys können eingebunden und taktische Details sichtbar gemacht werden, das ist für Trainer enorm wichtig. Für mich ist die Art und Weise, wie man Sport schaut, genauso wichtig wie der Sport selbst. Samsung zeigt, wie Technologie euphorischen Fußballmomente wirklich bereichern kann. Die Qualität der Fernseher sorgt dafür, dass man jedes Detail klar erkennt. Das ist beeindruckend.
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