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Christoph Landsgesell
Mai 28, 2026
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Joshua Kimmich: "Es ist völlig uninteressant, ob du vor einem Turnier Favorit bist oder nicht"
Die neue Ausgabe von Sports Illustrated ist da! Unter anderem spricht DFB-Kapitän Joshua Kimmich im exklusiven Interview über das neue DFB-Gefühl, den Umgang mit politischen Debatten – und warum der Sport heute nicht mehr sein ganzes Leben bestimmt.
Credit: Markus Jans
- Joshua Kimmich in der neuen Ausgabe von Sports Illustrated Deutschland
- Joshua Kimmich: "Es ist völlig uninteressant, ob du vor einem Turnier Favorit bist oder nicht"
- Kimmich über über das neue DFB-Gefühl und die Bedeutung von Hierarchien
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Kurz vor dem Start der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko spricht Joshua Kimmich, Kapitän der deutschen Nationalmannschaft exklusiv in der neuen Ausgabe von SPORTS ILLUSTRATED Deutschland im Interview über das neue DFB-Gefühl, die Bedeutung von Hierarchie, den Umgang mit politischen Debatten, die gesellschaftliche Kraft des Fußballs – und warum der Sport heute nicht mehr sein ganzes Leben bestimmt.
Unter anderem sagt Kimmich über…
…seinen Umgang als Kapitän mit der Mannschaft: „Vieles hängt davon ab, wie man mit den unterschiedlichen Charakteren umgeht. Du kannst einem Spieler das Gefühl geben, dass er wichtig ist, dass er der Mannschaft helfen kann. Jeder Fußballer ist ein Stück weit sensibel, und es hilft, wenn man sich untereinander gut kennt. Nur dann weißt du, auf welchen Spieler du wie zugehen musst. Mit 20 habe ich die Bedeutung dessen noch nicht überrissen – damals hätte ich auch nicht zu einem 27-Jährigen gehen und Ansagen machen können. Mittlerweile habe ich viele Situationen selbst durchlebt und kann den einen oder anderen Ratschlag geben. Was nicht immer heißt, dass der andere diesen annehmen muss.“
…seinen Führungsstil: „Ich fordere viel ein, versuche aber, das, was ich einfordere, auch selbst vorzuleben. Ich habe mittlerweile verstanden und akzeptiert, dass man nicht von jedem dasselbe verlangen kann. Das ist auch nicht der Weg, um aus jedem das Maximum herauszuholen. Natürlich braucht es Leitlinien und Regeln, die für alle gelten. Aber innerhalb dieses Rahmens musst du jeden ein Stück weit individuell behandeln.“
DFB-Kapitän Joshua Kimmich im exklusiven Fotoshooting für Sports Illustrated Deutschland
Credit: Markus Jans
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…die Rolle von Mannschaftsabenden und gemeinsamer Zeit: „Das wird von außen überbewertet. Aber diese Dinge können ein positives Gefühl, das du auf dem Platz gemeinsam entwickelst, extrem verstärken. Ein Mannschaftsabend allein wird niemals dazu führen, dass alle auf dem Platz Freunde sind. Wenn wir allerdings im Spiel an einem Strang ziehen und dann abends noch Bock haben, gemeinsam wegzugehen, kann das wie ein Katalysator wirken. Andersherum funktioniert das nicht: Wenn wir auf dem Platz nicht bereit sind, füreinander zu marschieren, dann kannst du jeden Tag zusammen essen gehen – dann wird das trotzdem nichts.“
...politische Debatten: „Es ist nicht die Lösung, keine Meinung zu haben. Jeder von uns hat zwangsläufig eine private Haltung zu gewissen Themen, und auch ich habe gewisse Werte, zu denen ich stehe. Gleichzeitig ist es schwierig, diese Meinung in der Rolle des Fußballers oder des Kapitäns der Nationalmannschaft zu äußern. Denn nur weil man eine Meinung hat, ist man noch kein Experte. Es ist die Aufgabe von Politik oder der Verbände, sich zu solchen Themen zu positionieren. Gerade politische Situationen sind oft schwer einzuschätzen – selbst für die Menschen, die sich beruflich damit beschäftigen. Dass wir Spieler diese Probleme lösen oder daran etwas ändern können: Das ist die falsche Erwartungshaltung.“
…über den Stimmungswechsel innerhalb der Mannschaft seit der WM 2022: „Du sitzt in der Kabine, und da ist ein Team. Früher hatte ich in manchen Phasen das Gefühl, dass der eine oder andere zur Nationalmannschaft fährt und es ihm nur um sich selbst geht. Im Moment empfinde ich es so, dass es jedem Einzelnen wirklich wichtig ist, dass wir als Team erfolgreich sind. Es ist nicht mehr selbstverständlich, bei der Nationalmannschaft dabei zu sein, es ist etwas Besonderes. Und das sollte es auch.“
Das gesamte Interview finden Sie in der neuen Ausgabe.
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