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Leonard Friedl

Januar 19, 2026

Dallas Mavericks

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Dirk Nowitzki bald General Manager der Mavs? NBA-Ikone äußert sich zu Gerüchten

Dirk Nowitzki hat sich in einer Medienrunde gegenüber Sports Illustrated zu einem möglichen General-Manager-Engagement bei den Dallas Mavericks geäußert. Der TV-Experte von Prime Video sprach außerdem über NBA Europe, Dennis Schröder und die Wagner-Brüder.

NBA-Legende Dirk Nowitzki

Credit: Imago



Am Abend des 15. Januar wurde in Berlin Geschichte geschrieben: Mit dem NBA Berlin Game 2026 zwischen den Orlando Magic und den Memphis Grizzlies fand zum ersten Mal überhaupt ein Regular Season-Spiel der NBA auf deutschem Boden statt.

Klar, dass mit Dirk Nowitzki auch der beste deutsche Basketball-Spieler aller Zeiten am Start war – jedoch in neuer Rolle. Die NBA-Legende, der 2019 seine aktive Karriere bei den Dallas Mavericks beendet hatte, ist seit dieser Saison Experte bei den NBA-Übertragungen von Prime Video (USA). Vor dem Spiel in Berlin traf Sports Illustrated den 47-Jährigen bei einer Medienrunde des Streamingdienstes.

Dirk Nowitzki

Dirk Nowitzki

Credit: Getty Images

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Sie sind nun bereits seit mehreren Monaten TV-Experte bei den NBA-Übertragungen von Prime Video. Wie gefällt Ihnen die neue Rolle, was gab es für Herausforderungen?

Dirk Nowitzki: Die Herausforderung ist, einen Mix zu finden aus Kritik, Analyse und gleichzeitig das Spiel zu feiern. Und: Seit ich meine Karriere beendet habe, hat sich Basketball wahnsinnig verändert. Ich musste mich also erst wieder reinfinden, über Mannschaften und Spieler recherchieren. Aber das macht alles einfach wahnsinnig viel Spaß. 

In Berlin fand das erste NBA-Spiel in Deutschland statt. Was bedeutet dieses Statement für den Basketball-Standort Deutschland?

Nowitzki: Ich glaube, als amtierender Welt- und Europameister müssen wir uns auf der internationalen Bühne nicht verstecken. Als ich in den 1990ern bei der Nationalmannschaft angefangen habe, sind wir damals teilweise noch in Schulbussen zu den Spielen gefahren. Und jetzt sind wir Welt- und Europameister, das ist schon Wahnsinn. Wir sind in Basketball-Deutschland in den letzten 20, 30 Jahren so weit gekommen. Die aktuelle Generation an Spielern und auch die, die danach kommt, ist unglaublich. Es gibt mehr Ressourcen, mehr Coaches, mehr Aufmerksamkeit. Wir haben viel erreicht. Für mich fast schon der krasseste Moment: Als die Nationalmannschaft nach dem EM-Titel die erste Nachricht bei der Tagesschau war. Und klar, es gibt auch immer wieder etwas zu verbessern, etwas, das noch aktiver gefördert werden sollte, wie zum Beispiel die Frauen-Teams. 

Dirk Nowitzki über DBB: "Gehören mittlerweile zu den Top-Favoriten"

Was trauen Sie der Männer-Nationalmannschaft bei den nächsten Turnieren wie WM 2027 und Olympia 2028 zu?

Nowitzki: Wir gehören mittlerweile zu den Top-Favoriten, bei jedem Turnier. Wir haben gute Rollenspieler, gute Schützen, gute Athleten und gute Verteidiger. Wir sind vor allem auch auf jeder Position mindestens doppelt besetzt. Und dann kommt mit Isaiah Hartenstein ein NBA-Champion als zusätzliche Option dazu, der in den letzten Jahren noch gar nicht Teil der Mannschaft war. Das ist schon Wahnsinn und es ist einfach schön, wie sich die Jungs und der Sport entwickelt haben.

Die NBA plant aktuell eine eigenständige Liga in Europa. Was halten Sie davon? 

Nowitzki: Da bin ich auch mal gespannt. Wir haben noch nicht mal irgendwelche Standorte und in anderthalb Jahren soll es losgehen. Also echt Respekt, das ist ein tougher Zeitplan. Interessant ist das europäische Modell mit Auf- und Abstiegen, das ist sehr, sehr wichtig, da basiert ja so ein bisschen unsere europäische Sportkultur drauf. Das macht die Liga spannender. In der NBA ist es so: Wenn du die erste Saisonhälfte schlecht bist, dann hast du eigentlich nichts mehr zu spielen in den letzten 40 Spielen. Das macht es ein bisschen schwer anzuschauen. Beim europäischen Modell geht's bis zum Schluss um etwas, zum Beispiel im Abstiegskampf. Aber ich bin auch mal gespannt, wie das laufen soll, die EuroLeague ist ja auch noch da, und das ist ein guter Wettbewerb. 

Warum kommen solche Expansionspläne und Europe Games – nicht nur von der NBA, sondern auch von der NFL – in Europa trotzdem so gut an? Man stelle sich nur mal den Aufruhr unter Fußball-Fans vor, würde Hertha BSC ein Bundesliga-Spiel in den USA ausrichten.

Nowitzki: Diese Dinge sind im amerikanischen Sport schon von Anfang an etabliert worden. Ich hatte damals auch schon Vorbereitungsspiele in Asien oder Regular Season Games in Mexiko. Es war von Anfang an das Ziel, den Sport populär zu machen und wachsen zu lassen – und das hat Früchte getragen. Wieso das im Fußball nicht klappt, ist schwer zu sagen. Der FC Barcelona sollte ja auch ein La-Liga-Spiel in den USA austragen und Fans haben direkt damit gedroht, die Saison zu boykottieren. Ich glaube, die Kultur ist einfach eine andere.

Dirk Nowitzki über Schröder und Doncic: "Hoffe, dass so etwas nicht mehr passiert"

Letzte Woche kam es zu einem Eklat in der NBA: Dennis Schröder und Luka Doncic sind bei einem Spiel aneinandergeraten. Nach dem Match soll Schröder offenbar versucht haben, Doncic körperlich anzugehen. Sie haben mit beiden zusammengespielt: Hatten Sie schon Kontakt mit ihnen?

Nowitzki: Nein, ich habe mit ihnen nicht darüber gesprochen. Ich habe mitbekommen, was passiert sein soll. Das ist natürlich unglücklich. Die beiden haben ja auch eine Vorgeschichte. Beide sind ultra ehrgeizige Wettkämpfer, da war über die letzten Jahre schon immer Trash Talk dabei. Auch dieses Jahr bei der EM. Schubsereien und Trash Talk auf dem Court gehören auch ein bisschen dazu. Aber nach dem Spiel müsste das eigentlich alles vergessen sein. Normalerweise bleiben die Dinge, die auf dem Spielfeld passieren, auch dort. Bei diesem Vorfall weiß ich nicht, was genau passiert ist, aber es ist unglücklich. Und ich hoffe, dass so etwas nicht mehr passiert. 

Wie sehen Sie ansonsten die Situation von Schröder bei den Sacramento Kings?

Nowitzki: Dennis spielt gut, aber die Zusammensetzung der Mannschaft in Sacramento passt nicht so recht. Sie haben viele ältere Spieler, die viel erreicht haben, aber nicht mehr so athletisch sind. Deswegen glaube ich auch, dass es für Sacramento ein schweres Jahr wird. Aber was ich von Dennis bislang gesehen habe, fand ich gut. Er macht sein Ding, versucht die Mannschaft zu führen, ist aggressiv in der Verteidigung. Also alle Dinge, die wir von ihm kennen und die wir an ihm lieben.

Bleiben wir bei den deutschen NBA-Spielern: Wie schätzen Sie die aktuelle Situation der Brüder Franz und Moritz Wagner bei den Orlando Magic ein?

Nowitzki: Orlando hat leider immer wieder viele Verletzte. Das ist unglücklich, weil zum Beispiel letztes Jahr Franz für mich absolut auf All-Star-Level gespielt hatte. Dann hatte er die Bauchmuskelzerrung, was sehr schade war. Franz ist ein super Allrounder, er kann jede Position verteidigen. In der Offensive kann er alles: Das Spiel schnell machen, Pick-and-Roll, zum Korb und Fouls ziehen. Wenn jetzt sein Wurf noch konstanter wird, ist er für mich ein absoluter All-Star in der Liga. Jetzt hoffe ich erstmal, dass er für den Rest der Saison gesund bleibt. Dann sind die Magic – wenn auch andere wichtige Spieler wie Paulo Banchero fit bleiben – für mich eine der besten Mannschaften im Osten.

Beide Wagner-Brüder für Orlando Magic auf dem NBA-Parkett

Beide Wagner-Brüder für Orlando Magic auf dem NBA-Parkett

Credit: Imago

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Und Franz' Bruder Moritz?

Nowitzki: Mo ist für mich der perfekte Rollenspieler, für jede Mannschaft. Egal, ob er eine oder 20 Minuten spielt: Er ist immer "on fire", ist immer am unterstützen. So einen Spieler, so eine Art Herz und Seele, und diese positive Energie braucht jedes Team. Er ist einfach eine Kampfsau. Er schmeißt sich rein, spielt tough, geht auch ein bisschen unter die Haut der Gegenspieler. Ich freue mich für ihn, dass er wieder fit ist und dass er sich gut fühlt.

Zuletzt noch zu Ihrer Zukunft: Vor wenigen Monaten wurde Nico Harrison bei den Dallas Mavericks als General Manager entlassen. Immer wieder fällt in den Medien Ihr Name als möglicher Nachfolger. Ist das für Sie aktuell denkbar?

Nowitzki: Ich glaube, die GM-Rolle ist für mich im Moment kein Thema. Ich dachte immer, wenn ich aufhöre, dass ich sofort ins Management einsteige bei den Mavericks. Je länger ich jedoch nach meinem Karriereende aus dem Business raus war, desto weniger war es für mich interessant. Ich glaube, es ist ein wahnsinnig intensiver Job, 24/7, das ganze Jahr über. Wenn die Saison für Spieler und Coaches vorbei ist und sie Pause machen, geht die Arbeit für GMs mit dem Draft, der Free Agency, den Trade Deadlines einfach weiter. Das ist ein absoluter Fulltime Job, den ich mir aktuell nicht vorstellen könnte. Ich mag mein Leben gerade so, wie es ist. Dass etwas los ist mit meinen Rollen bei Prime und dem Spielerausschusses der FIBA, aber dass ich auch immer noch viel Zeit für die Familie und Kinder habe. Deshalb sehe ich eine GM-Rolle erstmal nicht in meiner nahen Zukunft. 


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